Neue Software schafft Planungssicherheit für die Produktion von Unikaten im Takt

Pressemitteilung / 2.12.2019

Besonders im Werkzeugbau müssen Unternehmen für ihre Kunden oft Produkte mit sehr individuellen Anforderungen fertigen. Das erschwert eine serielle Produktion, verursacht lange Durchlauf- und Liegezeiten und macht die Auftragsplanung unsicher. Gemeinsam mit seinen Projektpartnern hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen im Forschungsprojekt »PARSyP« einen Software-Prototypen zur Auftragsfeinplanung entwickelt, der Auftragsdaten, Kontextinformationen und Wahrscheinlichkeiten berücksichtigt und eine robuste und synchronisierte Einzelfertigung unterstützt.

Die Partner haben im Projekt PARSyP einen neuen Algorithmus für die Softwarelösung »synchroTecS« der NEA X GmbH entwickelt, der es erlaubt, neben vorhandenen Produktionsdaten auch Zeitunsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten in die Auftragsplanung einzubeziehen. Die Maschinenauslastung, Durchlaufzeiten und Lieferzeiten können auf diese Weise deutlich präziser und verlässlicher geplant werden, als das in der Einzelfertigung bisher möglich war.

Bereits vor Produktionsstart lassen sich Einflüsse auf den Produktionsprozess abschätzen und Betriebsabläufe optimieren. Die Software unterstützt Unternehmen darin, ihre Aufträge logistisch zu bündeln und einen produktionsweiten Takt zu etablieren. So erzielen Unternehmen robuste Prozesse in der Fertigung von Unikaten.

Komplettlösung für die Datenaufnahme auch auf dem Shopfloor

Zur Aufnahme relevanter Daten aus dem Shopfloor stehen produzierenden Unternehmen nun geeignete Softwarelösungen zur Verfügung: Für die Auftragsplanung lassen sich Maschinendaten mithilfe einer Software des Projektpartners Promatix GmbH aus Laupheim erfassen. Damit Werker an manuellen Handarbeitsplätzen ihre Fertigungsinformationen in die Planung aufnehmen können, wurde im Projekt die Applikation »producTicS« von NEA X weiterentwickelt.

Robuste Produktionsplanung in synchronisierter Einzelfertigung

Im realen Einsatz in der Fertigung validierte das Projektkonsortium die Software und das zugrundeliegende Konzept der daten- und wahrscheinlichkeitsbasierten Auftragsfeinplanung am Beispiel der Einzelfertigung von Werkzeugen für den Spritzguss und den Folgeverbund. Das Softwaretool soll künftig für weitere Anwendungen in der Einzelfertigung angepasst und für den Markt verfügbar gemacht werden. Im Anschluss an das Projekt wird die Software ins Produktportfolio der NEA X GmbH überführt und für interessierte Unternehmen erhältlich sein.

Projektkonsortium

  • NEA X GmbH (Konsortialführer), Aachen
  • Fischer GmbH, Geringswalde
  • Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, Aachen
  • Promatix GmbH, Laupheim
  • WESKO GmbH, Stollberg

Das Forschungsprojekt »PARSyP« wurde durch die Fördermaßnahme »KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF unter dem Förderkennzeichen 01IS16034A-E für 30 Monate gefördert.