Die Partner im Projekt HEPAD reagieren auf die überlastete Kurzstreckenlogistik in Nordrhein‑Westfalen: Hier bleiben besonders viele Transporte unter 50 Kilometern, sodass weder Bahn noch in Frage kommen. Denn beide herkömmlichen Transportmittel sind eher auf lange Distanzen, große Volumina und aufwendige Infrastruktur ausgelegt. Hier bietet sich der Drohnentransport an, doch die bisher bestehenden Systeme können keine schweren Lasten tragen.
Schwerlast‑Drohnen schließen diese Lücke: Sie starten nahezu überall, verlangen keine zusätzliche Infrastruktur, arbeiten emissionsfrei und bewegen Güter dort, wo Straßen überfüllt sind oder andere Verkehrsmittel nicht weiterkommen. Sie eignen sich ideal für kurze, schwere und zeitkritische Transporte, die heute meist per LKW erfolgen.
Im Projekt HEPAD entwickelt das Projektkonsortium eine leistungsfähige Logistikdrohne, die deutlich mehr Nutzlast transportiert als bestehende Systeme und eine neue, elektrische Transportoption schafft. Sie entlastet Straßen, senkt Emissionen und ermöglicht flexible, schnelle Güterverkehre.
Im Projekt HEPAD kombinieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neu entwickelte High‑Power‑Batterien, ultraleichte Antriebskomponenten und eine optimierte Leichtbaustruktur zu einem integrierten Gesamtsystem. Eine präzise Zellüberwachung auf Einzelzellebene verbessert die Bestimmung von Ladezustand und Alterung und erhöht die Einsatzsicherheit. Die Drohne nutzt eine aerodynamisch optimierte Struktur, die Gewicht reduziert und die Effizienz steigert. Durch diese konsequente Systemintegration erreicht die HEPAD-Drohne ein außergewöhnlich hohes Verhältnis von Nutzlast zu Eigengewicht.
Das Projektteam baut dafür eine IoT‑Architektur auf, die Betriebs‑ und Zustandsdaten kontinuierlich erfasst und analysiert. Das System unterstützt Flottenmanagement, Einsatzplanung und die vorausschauende Wartung. Ein Demonstrator zeigt die Leistungsfähigkeit der Drohne im realen Betrieb und ermöglicht den Vergleich mit bestehenden Technologien. Die Ergebnisse liefern belastbare Grundlagen für die Optimierung der Drohne im Hinblick auf Reichweite, Effizienz, Sicherheit und ökologische Wirkung.
Das Projekt HEPAD liefert Unternehmen, Städten und Herstellern einen klaren Mehrwert: Logistikdienstleister profitieren von einer neuen, leistungsfähigen Transportdrohne für kurze, schwere und zeitkritische Einsätze. Städte gewinnen durch weniger Verkehr und geringere Emissionen, Hersteller erhalten einen erprobten Technologiebaukasten für High‑Power‑Energiesysteme und Leichtbaulösungen. So entsteht eine skalierbare Grundlage für moderne, vernetzte und nachhaltige Luftlogistik.
Projektkoordination: Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB
Das Forschungsprojekt »HEPAD« wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NeueWege.IN.NRW gefördert.
Förderkennzeichen: 20801194
Projektträger: PTJ Projektträger Jülich