Gebündelte Expertise für Lab-on-a-Chip-Systeme: Fraunhofer eröffnet neues Project Center in Dublin

Pressemitteilung / 9.5.2017

Am 9. Mai 2017 hat die Fraunhofer-Gesellschaft ihr erstes »Project Center« in Irland eröffnet. Die neu gegründete Forschungseinrichtung trägt den Namen »Fraunhofer Project Centre (FPC) for Embedded Bioanalytical Systems at Dublin City University« und ist eine Kooperation des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT aus Aachen und der Dublin City University (DCU). Das FPC bündelt die Kompetenzen der beiden Partner in der Entwicklung mikrofluidischer Lab-on-a-Chip-Systeme, die beispielsweise für Anwendungen in der Medizin, Pharmazeutik, Produktion und Analytik zum Einsatz kommen können. Die Science Foundation Ireland und Fraunhofer unterstützen die Partnerschaft mit je 2,5 Millionen Euro zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren.

© Foto Nick Bradshaw

Vielversprechende Zusammenarbeit: Die Professoren Brian MacCraith (Präsident der Dublin City University) und Reimund Neugebauer (Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft) bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Im Hintergrund: Die Professoren Fritz Klocke, Institutsleiter des Fraunhofer IPT, und Mark Ferguson, Director General Science Foundation Ireland. (v.l.n.r.).

© Foto Fraunhofer IPT

Lab-on-a-Chip-System

Lab-on-a-Chip-Systeme werden bereits heute beispielsweise für Vor-Ort-Untersuchungen von Flüssigkeiten wie Wasser, Blut, Lebensmitteln oder Chemikalien genutzt. Ziel des neuen Fraunhofer Project Centers ist es nun, sowohl die Systeme als auch die Technologien zu ihrer Herstellung weiter zu entwickeln und dadurch ihre Verfügbarkeit zu verbessern und Anwendungskosten zu senken. Während sich die irischen Partner der Dublin City University besonders mit dem Design und den technischen Spezifikationen, etwa für Anwendungen in der Medizin, der Umwelttechnik oder in der Lebensmittelindustrie auskennen, steuert das Fraunhofer IPT produktionstechnisches Know-how in der Herstellung funktionalisierter Kunststofffolien, komplexer Spritzgusskomponenten sowie integrierter Messtechnik und gedruckter Elektronik bei. Für das Fraunhofer IPT bedeutet die Kooperation auch, Zugang zu der in Irland stark vertretenen internationalen medizintechnischen Industrie zu erlangen; für die irischen Partner ist der Aufbau von Kontakten in das internationale Netzwerk der Fraunhofer-Gesellschaft ein großes Plus der Zusammenarbeit.

Zum Start des Project Centers in Dublin waren hochrangige Vertreter der beteiligten Forschungseinrichtungen sowie der irische Wirtschaftsminister Pat Breen erschienen. »Ich freue mich sehr, das erste Fraunhofer Project Center in Irland an der Dublin City University zu eröffnen. Dass die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa sich entscheidet, nach Irland zu kommen, zeigt uns, welche exzellente Arbeit die Science Foundation Ireland leistet und welche großartigen wissenschaftlichen Talente wir hervorbringen. Die Partnerschaft verspricht uns neues Wissen, das wir kommerziell nutzen können, um hier einen globalen Wettbewerbsvorteil zu erzielen«, sagte Breen im Rahmen der feierlichen Eröffnung des FPC.

Auch Professor Mark Ferguson, Generaldirektor der Science Foundation Ireland und wissenschaftlicher Berater der irischen Regierung, schloss sich während der Eröffnungsfeier an: »Wir sind hocherfreut, gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft das neue Fraunhofer Project Center an der DCU zu etablieren. Diese neue Initiative setzt auf das Wissen und die Expertise in der Erforschung neuer diagnostischer Instrumente, das mit Unterstützung der Science Foundation Ireland in den vergangenen zehn Jahren aufgebaut wurde. Der Zusammenschluss mit internationalen Partnern und die Zusammenarbeit mit einer weltweit führenden Organisation wie Fraunhofer eröffnet uns große Chancen zur Innovation und bietet sowohl irischen Forschungsinstituten als auch der Industrie einen Zugang zu dem weiten Netzwerk an Fraunhofer-Instituten. Ich freue mich außerdem sehr, dass das FPC gleich von Beginn an zwölf neue Arbeitsplätze für Forscherinnen und Forscher schafft.«