Aller guten Dinge sind drei: Die Festo Polymer GmbH ist Werkzeugbau des Jahres 2017

Pressemitteilung / 23.11.2017

Bereits zweimal hatte es die Festo Polymer GmbH schon bis ins Finale des Wettbewerbs »Excellence in Production« geschafft. In diesem Jahr konnte sich der interne Werkzeugbau des Unternehmens aus St. Ingbert im Saarland nun endlich zum Gesamtsieger krönen lassen: Die Festo Polymer GmbH ist neuer Gewinner des Wettbewerbs »Excellence in Production« und damit »Werkzeugbau des Jahres 2017«.

© Foto Fraunhofer IPT

Gesamtsieger im Wettbewerb »Excellence in Production« und damit Werkzeugbau des Jahres 2017: Festo Polymer GmbH

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Sieger und Finalisten im Wettbewerb »Excellence in Production«

Schon in den Jahren 2015 und 2016 war die Tochtergesellschaft der Festo AG & Co. KG mit ihrer Ausgründung zur Kunststoff- und Elastomerverarbeitung unter den Spitzenreitern in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter«. In diesem Jahr dann die endlich die begehrte Auszeichnung: Während einer feierlichen Abendveranstaltung am 22. November 2017 im Krönungssaal des Aachener Rathauses übergab Dr. Sven Holsten, Leiter Werkzeugbau des Vorjahressiegers Phoenix Contact GmbH & Co. KG, den begehrten Pokal vor rund 300 Gästen an die Gewinner der Festo Polymer GmbH.

Festo Polymer GmbH: »Schlüssiges Automatisierungskonzept für den Werkzeugbau«

Zu den herausragenden Stärken des internen Werkzeugbaus der Festo-Unternehmensgruppe mit seinen 42 Mitarbeitern und vier Auszubildenden zählte die Jury das schlüssige Automatisierungskonzept: Die vollautomatisierte Fertigungszelle aus je zwei Erosions- und Fräsmaschinen sowie Mess- und Waschmaschine werde im Betrieb optimal eingesetzt. Großes Lob erhielt die Festo Polymer GmbH auch für ihr weiterentwickeltes Geschäftsmodell, das durch die Einrichtung eines »Polymer-Offices« und die Fertigung von Rapid Tools eine frühe Integration des Werkzeugbaus in den Prozess der Produktentwicklung sicherstellt. Tadellose Ordnung, Sauberkeit und Ergonomie des vollklimatisierten Shopfloors ließen keinen Zweifel an dem ohnehin hervorragenden Gesamtbild, so die Jury.

Der Werkzeugbau in St. Ingbert besteht seit 1970 und ist Bestandteil der Festo Polymer GmbH, einer 2014 ausgegründeten Tochtergesellschaft der Festo AG & Co. KG. Sein Ziel ist es, die Kompetenzen in der Kunststoff- und Elastomerverarbeitung am neuen Standort in St. Ingbert zu bündeln und weiter auszubauen, um so dem wachsenden Anteil an Kunststoffartikeln im Festo-Programm Rechnung zu tragen. Der Werkzeugbau hat sich auf die Herstellung der formgebenden Werkzeugteile spezialisiert, die in einer automatisierten Fertigungszelle (FMC) hergestellt werden. Formrahmen und Zubehör werden bei Lieferanten zugekauft. Die Musterung der Werkzeuge findet im benachbarten Technikum unter seriennahen Bedingungen statt. Im Jahr 2015 wurde der Werkzeugbau in einer neuen Halle vollständig reorganisiert. Neben der Herstellung neuer Werkzeuge und der Reparatur von Serienwerkzeugen unterstützt der Betrieb auch die Produktion bei der Prozessoptimierung. Im Werkzeugbau der Festo Polymer GmbH arbeiten 23 Werkzeugmacher im Zweischichtbetrieb auf einer Fläche von rund 1080 m². Fünf Werkzeugkonstrukteure erstellen CAD-Modelle und werden bei der Bauteiloptimierung durch Spritzgießsimulationen unterstützt.

Auch bester interner Werkzeugbau mit weniger als 50 Mitarbeitern

Neben dem Gesamtsieg gewann die Festo Polymer GmbH auch die Auszeichnung in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter«. Als weiteren Finalisten dieser Kategorie zeichnete die Jury außerdem die FWB Kunststofftechnik GmbH aus Pirmasens mit einer Urkunde aus.

Sieger in der Kategorie »Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« ist die Takata AG

Gewinner in der Kategorie »Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« ist die Takata AG aus Aschaffenburg.

Die Jury würdigte bei Takata vor allem die Reduktion des Konstruktionsaufwands bis zu 30 Prozent durch definierte Standardwerkzeugtypen. Bemerkenswert sei auch der konsequente Aufbau der internen Ausbildung für Mitarbeiter am Standort in Rumänien. Außerdem besitzt das Unternehmen eine hohe Datendurchgängigkeit zwischen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und mechanischer Fertigung im Sinne einer »Single Source of Truth«.

Der interne Werkzeugbau der Takata AG in Aschaffenburg besteht bereits seit 1935 und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Nach der Eröffnung des Werkzeugbaus in Rumänien im Jahr 1996 führte das Unternehmen 2009 eine automatisierte Erodierlinie und ein Nullpunktspannsystem ein. 2010 startete die Entwicklung des Semi Automatic Tool Design, 2016 wurde der Werkzeugbau in ein eigenständiges Profit Center überführt.

Mit 226 Mitarbeitern und 18 Auszubildenden ist der Werkzeugbau der Takata AG spezialisiert auf die Konstruktion und Anfertigung von Kunststoffspritzguss-, Druckguss- und Schäumwerkzeugen sowie Montageanlagen und weiteren Fertigungseinrichtungen. Dabei steht der Werkzeugbau nicht mehr nur der Takata AG selbst, sondern heute auch externen Kunden von der Produkt- und Prozessentwicklung bis zur Reparatur und Wartung der Werkzeuge und Anlagen zur Seite.

Als weitere Finalisten in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« wurden die Gealan Fenster-Systeme GmbH aus dem oberfränkischen Oberkotzau bei Hof, die SONA AutoComp Germany GmbH aus Remscheid sowie die TE Connectivity Germany GmbH aus dem schwäbischen Wört bei Dinkelsbühl ausgezeichnet.

Bester »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« ist W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau

Der Sieg in der Kategorie »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« geht in diesem Jahr erneut an W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau aus Bobingen bei Augsburg. Das Unternehmen ist langjähriger erfolgreicher Teilnehmer des Wettbewerbs, stand jetzt zum siebten Mal im Finale, davon viermal als Kategoriesieger, und trug bereits im Jahr 2007 den Gesamtsieg des Wettbewerbs nach Hause.

Die Jury lobte bei Faßnacht besonders die große Umsicht in Bezug auf das Unternehmenswachstum: Obwohl der Werkzeugbaubetrieb ausgesprochen erfolgreich am Markt agiert, achtet Faßnacht bis heute auf eine familiäre Unternehmenskultur, die in keinerlei Gegensatz zum hohen Automatisierungsgrad der Fertigung mit verfahrensgemischten Automationszellen steht. Die Mitarbeiter bei Faßnacht tragen hohe Eigenverantwortung für die fristgerechte Auftragsabwicklung und nutzen dazu moderne Werkzeuge zur Fernüberwachung wie Tablets.

Das Unternehmen wurde 1990 vom Inhaber Wolfgang Faßnacht gegründet und stellt heute mit 19 Mitarbeitern und drei Auszubildenden hochkomplexe Spritzgießformen für Kunden aus der Automobil- und Medizinbranche, aus der Verpackungs- und Haushaltstechnik sowie für die Bau- und Elektroindustrie her.

Als weitere Teilnehmer haben es die Hanns Engl Werkzeugbau O.H.G. aus Bozen in Südtirol, die Lotec Loh GmbH & Co. KG aus dem sauerländischen Arnsberg und die WEFA Inotec GmbH aus Singen bis ins Finale geschafft.

Gewinner der Kategorie »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« ist die Haidlmair GmbH

Bester »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« wurde die Haidlmair GmbH aus dem oberösterreichischen Nußbach, die in der Vergangenheit ebenfalls bereits zweimal im Finale stand, einmal davon als Kategoriesieger.

Auch zu den Stärken von Haidlmair zählt der hohe Automatisierungsgrad, hier vor allem in der Fräsbearbeitung für die Kleinteilfertigung, die durch den Einsatz von Handling-, Werkzeug- und Werkstückspeichersystemen erzielt wird. Indem Haidlmair auch weitere Partner aus der Werkzeugbaubranche und Softwaredienstleister in seine Geschäftstätigkeiten einbezieht, kann das Unternehmen seine Kapazitäten und Kompetenzen strategisch erweitern. Außerdem bietet Haidlmair seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein attraktives Arbeitsumfeld, Freizeitangebote, eigene Wohnungen und gemeinsame Reisen, um den Teamgeist zu stärken.

Die Haidlmair GmbH ging 1979 aus einer Schmiede hervor, die vom Großvater des heutigen Inhabers gegründet wurde und heute 220 Mitarbeiter und 40 Auszubildende zählt. Der Werkzeugbau hat sich auf die Erstellung von Spritzgießformen für Getränkekästen und Klappkisten spezialisiert und ist in diesem Bereich Weltmarktführer. Außerdem fertigt das Unternehmen auch Großwerkzeuge mit einem Gesamtgewicht bis zu 80 Tonnen sowie Druckgussformen. Seit 2012 hat Haidlmair umfangreiche Investitionen getätigt, beispielsweise in eine neue Maschinenhalle und ein neues Bürogebäude, in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und in die Modernisierung des Maschinenparks, um neue Abteilungen einzurichten und neue Dienstleistungen anzubieten.

Weitere Finalisten in dieser Kategorie waren die Summerer Technologies GmbH & Co. KG aus Schechen bei Rosenheim, die weba Werkzeugbau Betriebs GmbH aus dem österreichischen Dietach und die Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH aus Lichtenfels in Oberfranken.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen ermittelten gemeinsam mit einer fachkundigen Jury die besten Werkzeug- und Formenbau-Betriebe in vier Kategorien auf der Grundlage eines ausführlichen Vergleichs und besuchten diese vor Ort: Die zehn Juroren aus Industrie, Politik und Wissenschaft bestimmten anschließend die 14 Finalisten, die Kategoriesieger sowie den Gesamtsieger. Insgesamt hatten sich 292 Werkzeug- und Formenbau-Betriebe am Wettbewerb beteiligt. Der Wettbewerb »Excellence in Production« fand in diesem Jahr bereits zum 14. Mal statt. Am Tag nach der Preisverleihung stellten ausgewählte Unternehmen ihre Erfolgsstrategien auf dem 17. Internationalen Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« im Aachener Quellenhof vor.

Neue Chance im nächsten Jahr

Auch im kommenden Jahr werden sich die besten Werkzugbau-Unternehmen wieder untereinander messen. Interessenten können sich schon jetzt unter www.excellence-in-production.de detailliert über den Wettbewerb informieren und sich registrieren. Alle Teilnehmer des Wettbewerbs erhalten eine individuelle Auswertung über Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale.

In diesem Jahr hatten die Veranstalter die Teilnahme für die Unternehmen erstmals durch einen reduzierten Fragebogen und einen neuen Wettbewerbsmodus vereinfacht: Nach der Anmeldung füllten die Teilnehmer zunächst nur den ersten Teil des Fragebogens mit einer Auswahl zentraler Fragen aus und erhielten auf dieser Basis bereits eine erste Kennzahlenauswertung. In der zweiten Wettbewerbsphase mussten dann detailliertere Fragen beantwortet werden. Unter allen Teilnehmern der zweiten Phase wurden außerdem zwei zusätzliche Vor-Ort-Besuche der Aachener Werkzeugbau-Experten verlost.

Der diesjährige Wettbewerb und das 17. Internationale Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« werden wieder von den Unternehmen Hasco Hasenclever GmbH + Co. KG, der Böhler-Uddeholm Deutschland GmbH, der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie GmbH und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. sowie dem Kunststoffcluster Österreich unterstützt. Als Medienpartner des Wettbewerbs berichten die VDI nachrichten und die Fachzeitschriften FORM+Werkzeug und werkzeug&formenbau. Weiterer Partner des Wettbewerbes ist die Messe »Formnext«. Die Messe fand vom 14. bis 17. November 2017 in Frankfurt am Main statt, wo gleichzeitig der Startschuss für den Wettbewerb »Excellence in Production« des Jahres 2018 fiel.