»Netzwerke des Wissens« – Farbige Kunstwerke werfen neues Licht auf den Campus Melaten

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Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT schießt rotes Licht in geraden Linien, die sich in unterschiedlichen Richtungen kreuzen, an der Fassade herab. Gegenüber, an der Wand des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT kreist das Licht abwechselnd in grün, blau und weiß. An den beiden Neubauten der Aachener Fraunhofer-Institute für Lasertechnik ILT und für Produktionstechnologie IPT strahlen zwei große Lichtkunstwerke in einem ständig wandelnden Bild: Die »Netzwerke des Wissens«, gestaltet von der Aachener Künstlerin Annette Sauermann, leuchten in verschiedenen Farben, Formen und Intensitäten.

© Annette Sauermann
© Fraunhofer IPT
Technologie trifft Kunst: Feierliche Eröffnung der "Netzwerke des Wissens" – v.l.n.r. Prof. Reinhart Poprawe (Institutsleiter Fraunhofer ILT), Dr. Brigitte Franzen (Direktorin des Aachener Ludwig Forum für Internationale Kunst), Künstlerin Annette Sauermann und Prof. Fritz Klocke (Institutsleiter Fraunhofer IPT)

Fährt man heute am Aachener Campus Boulevard entlang, fällt der Blick unweigerlich auf die beiden neuen, schimmernden Wahrzeichen der Fraunhofer-Institute: Auf zwei rund 156 m² großen Glasflächen gestaltete Annette Sauermann die beiden Netzwerkzeichnungen, die anhand eines Systems aus LED-Modulen animiert werden und sich stetig verändern. Im Auge des Betrachters schafft die »Kunst am Bau« ein pulsierendes und lebendiges Bild aus Licht, Farbe und Form, das einerseits an Laserstrahlen und an die Bewegungen von Abtrag- und Schleifprozessen erinnert, andererseits einem neuronalen Netzwerk gleicht. Die Glasflächen der Fassaden sind dafür so bearbeitet, dass die Zeichnungen nicht nur im Dunkeln beeindrucken: Auch bei Tag entstehen durch das Spiel von Sonnenlicht und Schatten immer wieder wechselnde Bilder.

»Die Impulse für Form und Farbe des Lichts stammen aus den Fraunhofer-Instituten selbst«, erklärt die Künstlerin. »Die Kunstwerke wirken deshalb so lebendig, weil sie die Intensität des augenblicklichen Datenverkehrs in den Computernetzwerken der Institute widerspiegeln. Auch die Auswahl der Lichtszenen wird durch den Datenverkehr gesteuert. So werden die internen Aktivitäten für den Betrachter draußen in abstrahierter Form sichtbar.« Je mehr Informationen in den Instituten an einem Tag elektronisch ausgetauscht werden, umso heller und dynamischer erstrahlen die »Netzwerke des Wissens«.

Den Fokus legte Annette Sauermann dabei ganz bewusst auf das Thema Netzwerk: Denn die Fraunhofer-Mitarbeiter vernetzen sich untereinander – institutsübergreifend und mit Partnern aus Industrie und Forschung. Und sie knüpfen auf diese Weise ein Geflecht von Verbindungen, das sich immer wieder wandelt.

Auch für Jürgen Steffens vom Kölner Architektenbüro JSWD, das für die 9300 m² großen Erweiterungsbauten verantwortlich zeichnet, gilt die Fassadengestaltung daher als »ein Projekt, bei dem Architektur und Kunst eine wahrhaft symbiotische Verbindung miteinander eingehen.« So sei das Ergebnis viel mehr als ein Bild an der Wand oder eine Skulptur an exponierter Stelle im Gebäude. Nicht zuletzt habe der Prozess, der zu diesem Ergebnis geführt hat, für alle Beteiligten einen echten Mehrwert gebracht, freut sich Steffens über die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die feierliche Einweihung der beiden Kunstwerke fand am 25. Februar im Rahmen der dritten Aachener Konferenz für Turbomaschinen ICTM 2015 vor mehr als 200 geladenen Gästen, Konferenzteilnehmern und Mitarbeitern der beiden Institute statt. Als Hausherr des Fraunhofer IPT lobte Professor Fritz Klocke die gelungene Gestaltung des Neubaus und seiner kunstvollen Fassade und dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. »Als langjährige Anlieger am gerade neu entstehenden RWTH Aachen Campus sehen wir hier den Beweis, dass Technologie und Kunst sich nicht ausschließen müssen, sondern – ganz im Gegenteil – dass diese disziplinübergreifenden Netzwerke für alle Seiten fruchtbare Ergebnisse bringen.«

Auch Dr. Brigitte Franzen, Leiterin des Aachener Ludwig Forum für Internationale Kunst, zeigte sich in ihrer Ansprache beeindruckt über die die Einbindung der Kunst in das Gebäudekonzept: »Das Werk von Annette Sauermann bindet das Denken der Ingenieur- und Naturwissenschaftler vor Ort in die Kunst ein. Die Abstraktion der Erscheinung findet ihre Konkretion in der Beeinflussung des Kunstwerkes durch die Abläufe im Inneren des Hauses.«

Licht ist damit nicht nur das ursprüngliche Thema des Namenspatrons der Fraunhofer-Gesellschaft, Joseph von Fraunhofer. Es steht auch für die beiden Aachener Institute im Mittelpunkt vieler Forschungsprojekte und Industriekooperationen – und ist nun noch einmal mehr wegweisend für Besucher und Gäste auf dem RWTH Aachen Campus.