Interview mit Thomas Scheuer, Projektleiter im Technologiemanagement am Fraunhofer IPT

Blogbeitrag / 09. April 2021

Modern, praxisnah und innovativ: Fraunhofer-Institute eröffnen neues Wissen in einzigartigen Lernorten und Kreativräumen und bieten so eine Plattform für die Entdeckung neuer Ansätze und innovativer Erfindungen.

Besondere Lernumgebungen ermöglichen Impulse, Vielfalt und Begeisterung. Um sichtbar zu machen, wie abwechslungsreich die Landschaft der Lernorte bei Fraunhofer ist und wie sich Lernorte für die regelmäßige Vermittlung von Wissen gestalten lassen, hat die Fraunhofer Academy 2020 die Kampagne »Lernorte, die begeistern« gestartet. Der Lernort INCworX am Fraunhofer IPT wurde in der Kategorie »Technologie und Innovation – Kreativräume & Workspaces« als besonders herausragender Lernort ausgezeichnet. Als innovativer Lernraum bietet das INCworX nicht nur die Möglichkeit, in einer offenen Umgebung neue Lerninhalte unvoreingenommen kennenzulernen, sondern gleichzeitig diese direkt praxisnah umzusetzen.

Wie Lernorte und Kreativräume als zukunftsweisende Innovationstreiber fungieren und neuen Ideen den passenden Raum für Weiterentwicklung geben, erklärt Thomas Scheuer, Projektleiter im Technologiemanagement des Fraunhofer IPT, im neuen Interviewbeitrag unseres Technologiemanagement-Blogs.

Wie können Lernorte einen Anstoß für Innovationshandeln geben?

Erfindungen und Entdeckungen brauchen Impulse, die packen, aufrütteln und nicht mehr loslassen. Externe Standorte, die auf die Wissensvermittlung und Weiterbildung zugeschnitten sind, lassen Interaktion und Vielfalt zu und schaffen Freiräume, in denen Neues erprobt werden kann. In dieser geschützten Umgebung kann offen gedacht und experimentiert werden. So wird Ideen der passende Raum für Weiterentwicklung gegeben und eine fundierte Entscheidungsfindung für zukünftige Innovationen vorbereitet.

Moderne Lernorte haben wenig gemeinsam mit klassischen Seminarräumen. Lernorte wie das INCworX laden dazu ein, neugierig zu sein, sich auszutauschen, zu vernetzen und außerhalb der unternehmerischen Routine anders an neue oder bekannte Themenstellungen heranzugehen – denn allzu oft kommt der Anstoß für Neuerungen und Innovationen aus einer Richtung, aus der man ihn am wenigsten erwartet. Losgelöst von den unternehmensinternen Routinen und an einem Ort, der die Bedingungen für kreatives Denken schafft, kann der Wissenstransfer auch in enger Zusammenarbeit mit engagierten Instituten und Partnern gelingen.

Was zeichnet das INCworX als Lernort aus?

Das INCworX eröffnet den Raum für einen lebendigen Austausch mit Forschenden und Entdeckerinnen und Entdeckern, Testkandidaten und Zielgruppen, Gleichgesinnten und Sparringspartnern unterschiedlichster Disziplinen. Spannende Informationsangebote zu aktuellen Trends und moderne Workshop-Konzepte befeuern und unterstützen zusätzlich neue Denkansätze.

Dafür wurde der Lernraum so aufgebaut, dass die fünf Schritte des Design Thinkings, also Empathising, Defining, Ideating, Prototyping und Testing durchlaufen werden können. Architektur und Ausstattung unterstützen Lernende und Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer in ihrem Denk- und Arbeitsprozess.

Das INCworx bietet zwei zentrale Kreativbereiche: INClab und INCstage. Im INClab erwartet die Teilnehmenden viel Platz für kreatives Arbeiten in Teams von bis zu 40 Personen. Dazu können Sie unterschiedliche Arbeitsbereiche so gestalten, dass sie zu Ihren individuellen Ideen- und Prototypenwerkstätten werden.

INCstage bietet dazu eine großzügige Präsentations- und Ausstellungsfläche von circa 300 Quadratmetern sowie moderne Präsentationsmöglichkeiten. INCstage kann individuell gestaltet werden, sodass das Arbeiten in kleinen und großen Gruppen möglich ist. Damit können Teilnehmende ihre Themen, Produkte und Technologien vor einem Publikum von knapp 80 Personen präsentieren.

Mithilfe des innovativen Raumkonzepts können Ideen schnell und zielgerichtet entwickelt und in Prototypen manifestiert werden. Damit bietet das INCworX eine besondere Kreativlandschaft die sowohl Lern- als auch Innovationsprozesse fördert.

Wie kann das INCworX als Lernort genutzt werden?

Der Raum bietet durch seine Gestaltung viele Nutzungszwecke. Er wird aktuell für ein Weiterbildungsprogramm genutzt. Industriekunden führen im INCworX regelmäßig Kreativworkshops und andere Veranstaltungen durch. Diese werden oft didaktisch von meinen Kolleginnen und Kollegen des Technologiemanagements am Fraunhofer IPT begleitet und moderiert.

Der Kreativität ist keine Grenzen gesetzt. Der Raum kann durch Modularisierung je nach Weiterbildungsformat neu angepasst werden. Das Lernen in großen und kleinen Gruppen und in interaktiven Situationen lässt sich so erleichtern. Wir führen im Rahmen von Industrieprojekten häufig interaktive Projekttreffen im INCworX durch. Der Raum bietet besonders für Kernkompetenzanalysen, Umfeldanalysen oder die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Produkte ein hervorragendes Umfeld. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese Treffen durch die räumlichen Vorteile wesentlich produktiver als Meetings in klassischen Besprechungsräumen sind.  

Die Größe der Räumlichkeiten bietet außerdem die Möglichkeit, regelmäße Netzwerktreffen, Team-Building-Events und Recruiting Events umzusetzen und eignet dich daher für eine Vielzahl von Veranstaltungsformaten.

Durch die zentrale Lage auf dem RWTH Aachen Campus kann viel Theorie bereits in der praktischen Umsetzung angeschaut werden. Daher werden Touren zu den unterschiedlichen Hotspots, wie der Pilotfertigung von Brennstoffzellen im Fraunhofer IPT, angeboten. Damit fördert das INCworX sowohl Wissensmehrung, als auch Vernetzung und ermöglicht damit eine Beschleunigung neuer Innovationsvorhaben.