Full-Field OCT

Das Beste aus zwei Welten!

© Fraunhofer IPT

Aufbau eines Full-Field OCT

Die nicht-invasive Abbildung innerer Strukturen ist in vielen medizinischen Disziplinen für die Diagnostik von hoher Bedeutung. Vor allem in der Karzinomdiagnostik fehlt es jedoch an hochauflösenden tomographischen Bildgebungsverfahren, mit denen der Analyseprozess suspekter Läsionen beschleunigt werden kann. Messsysteme für die Optische Kohärenztomografie (OCT) bieten deshalb aufgrund ihrer hohen Auflösung und Messgeschwindigkeit einen großen diagnostischen Mehrwert.

Die FF-OCT ist ein bildgebendes Verfahren, das eine hohe laterale Auflösung der Lichtmikroskopie mit der hohen axialen Auflösung konventioneller Spectral Domain oder Swept Source OCTs kombiniert. Wie die SD- und SS-OCT basiert FF-OCT auf dem Prinzip der kurzkohärenten Interferometrie. Im Gegensatz zu konventioneller OCT wird die Probe jedoch flächig durch ein Mikroskop-Objektiv beleuchtet. Das zurückgeworfene Licht wird von einer Flächenkamera aufgenommen und ausgewertet. Daraus resultieren hochaufgelöste Schichtbilder aus unterschiedlichen Tiefen der Probe. Die Schichtbilder erlauben eine schnelle Gewebeanalyse auf zellulärer Ebene ohne die Notwendigkeit von Gewebemanipulationen.

Die Full-Field Optische Kohärenztomographie (FF-OCT oder Full-Field OCT) eignet sich hervorragend zur In-vitro-Untersuchung von Gewebeproben sowie zur In-vivo-Untersuchung von Gewebe am Patienten. Sie birgt das Potenzial, zum Beispiel den Prozess der prä- und intraoperativen Evaluation von Läsionen zu beschleunigen und damit viele Aspekte von Diagnose- und Therapieabläufen zu verbessern. Das Fraunhofer IPT befasst sich in präklinischen Studien mit der Entwicklung von FF-OCT Systemen, deren Anwendung sowie deren Integration in bildgebende Systeme.

Bei einer Auslegung des FF-OCT als Standsystem können Volumenaufnahmen entnommener Gewebeproben innerhalb weniger Minuten generiert werden. Bei einer Auslegung für die Anwendung in-vivo, beispielsweise durch die Integration in ein Endoskop, können zelluläre Strukturen auch ohne Gewebeentnahme dargestellt werden. So kann der Workflow erheblich beschleunigt und die Unannehmlichkeiten und Risiken für die Patienten können reduziert werden. Hochaufgelöste tomographische Gewebeaufnahmen werden neben der Karzinomdiagnostik auch in anderen medizinischen Disziplinen, wie der Ophtalmologie (Retina- und Corneadiagnostik) und der Dermatologie benötigt.  

Unser Leistungsangebot

  • Entwicklung individueller FF-OCT-Systeme
  • Implementierung anwendungsspezifischer Signal- und Bildverarbeitungsalgorithmen
  • Systemintegration
  • Durchführung präklinischer Machbarkeitsstudien

Anwendungen

HNO-Heilkunde

Hochauflösende und schnelle In-vitro- sowie In-vivo-Gewebediagnostik für die prä- und intraoperative Anwendung bei Erkrankungen des HNO-Bereichs zur schnelleren Behandlung und Vermeidung von Gewebeentnahmen durch optische Biopsien.

Ophtalmologie

Anwendungspotenziale bestehen in der Retina- und Corneadiagnostik für die kontaktlose Untersuchung von Strukturen auf zellulärer Ebene.

Dermatologie

Durch FF-OCT können in der Dermatologie Läsionen mittels handgehaltener Sonden leicht aufgespürt und Hauttumoren nicht-invasiv, ohne Entnahme der Läsion, von anderen Erkrankungen unterschieden werden.