zentrierdrehen

Zentrierdrehen gefasster Linsen durch Unrund-Bearbeitung

Die Abbildungsleistung komplexer Objektive hängt stark von der korrekten Lage der einzelnen Linsen im System ab. Ungenauigkeiten, die beim Verkitten oder Verkleben optischer Linsen in einer Fassung entstehen, müssen korrigiert werden. Bei der Zentrierbearbeitung geschieht dies, indem die Fassung nachbearbeitet wird. Bisher wird die Fassung dazu auf ein Justierfutter aufgenommen, um die optische

Achse der Linse manuell oder automatisiert auf die Spindelachse einer Drehmaschine auszurichten. Das anschließende Abdrehen bringt die Fassung mit der optischen Achse der Linse in Übereinstimmung.

Das Fraunhofer IPT hat für die Innolite GmbH eine Maschine entwickelt, die ohne Ausrichten der Fassung eine Zentrierbearbeitung ermöglicht. Dazu misst zunächst ein Autokollimator der Trioptics GmbH die Absolutlage der optischen Achse in Bezug zur Drehachse der Werkstückspindel. Aus dem Messergebnis lässt sich in Verbindung mit den Maßen und Toleranzen der Fassung dann das Maschinenprogramm für die Unrundbearbeitung der Fassung berechnen. Da die optische Achse der Linse bei dem Vorgang nicht kollinear zur Spindelachse ist, führt das Werkzeug minimale Ausweichbewegungen aus und gleicht so die Verschiebung und Verkippung der optischen Achse während des Drehprozesses aus. Diese Mikrobewegungen erlauben eine Zentrierbearbeitung auch bei nicht zentriert aufgespannten Fassungen. Dadurch vereinfacht sich der Maschinenaufbau, denn die intelligente Steuerung fungiert gewissermaßen als »elektronisches Justierfutter«.

Die Innolite GmbH hat den Prozess bereits so weit optimiert, dass diese Technologie nun weiteren Kunden angeboten wird. Die Anwendungen erstrecken sich dabei nicht nur auf hochwertige Consumer-Objektive, sondern auch auf Lithographie- und Mikroskop-Objektive.