Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie

ZF Friedrichshafen AG ist Werkzeugbau des Jahres 2012

Der interne Werkzeugbau der ZF Friedrichshafen AG aus Schweinfurt ist der Gesamtsieger des diesjährigen Wettbewerbs »Excellence in Production« und damit »Werkzeugbau des Jahres 2012«.

Beharrlichkeit zahlt sich aus: Die ZF Friedrichshafen AG, in den Jahren 2004, 2006 und 2008 bereits regelmäßig auf vorderen Rängen vertreten, geht nun erstmals als Gesamtsieger aus dem Branchenwettbewerb für den Werkzeugbau hervor. Während einer feierlichen Abendveranstaltung des 12. Internationalen Kolloquiums »Werkzeugbau mit Zukunft« am 25. September nahm Herbert Johann, Leiter Werkzeugbau der ZF Friedrichshafen AG, den begehrten Pokal im Krönungssaal des Aachener Rathauses vor mehr als 250 Zuschauern aus den Händen von Vorjahressieger Michael Breme, Leiter des Werkzeugbaus der Audi AG, entgegen.

Breme hob als Laudator bei ZF Friedrichshafen AG besonders die Einführung der Taktung hervor, die ZF Friedrichshafen AG in die Position versetzt hat, sich als wettbewerbsfähiger interner Werkzeugbau erfolgreich zu behaupten. Das Unternehmen gelte damit branchenweit als »Leuchtturm« für die Industrialisierung des Werkzeugbaus.

Die Jury betonte, dass sich der Werkzeugbau der ZF Friedrichhafen AG als Kompetenzzentrum und zentraler Ansprechpartner im Konzern hervorragend positioniert habe. Das weite Kooperationsnetzwerk mit externen Konstrukteuren, Lohnfertigern und Werkzeugbaubetrieben überzeugte die Juroren ebenso wie das Lebenszyklusmanagement mit wöchentlichem Austausch zwischen Produktion und Werkzeugbau.

Der interne Werkzeugbau der ZF Friedrichshafen AG gilt mit seinen 170 Mitarbeitern und zusätzlich 50 Auszubildenden als das Kompetenzzentrum für Schneid- und Umformwerkzeuge im Konzern. Das Unternehmen unterstützt dabei sowohl die weltweit operierenden Umformwerke als auch die dortigen Werkzeugbau-Abteilungen.

ZF Friedrichshafen: Auch bester interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter

Neben dem Gesamtsieg gewann die ZF Friedrichshafen AG auch in der Kategorie »Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter«. Als weitere Finalisten der Kategorie zeichnete die Jury die Dräxlmaier Group aus Vilsbiburg, das Werk Rockenhausen von Johnson Controls und den Werkzeugbau der Wolfsburger Volkswagen AG aus.

Sieger der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter«:
Gigaset Communications

Bester »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« wurde die Gigaset Communications GmbH aus Bocholt, die schon 2006, damals noch als Mitglied des Siemens-Konzerns, in dieser Kategorie als Sieger hervorgegangen war.

Die Gigaset Communications GmbH ist Marktführer bei DECT-Telefonen in Europa und ist einer der größten Hersteller von Schnurlostelefonen weltweit. Der Werkzeugbau fertigt mit 29 Mitarbeitern und sechs Auszubildenden Spritzgießwerkzeuge zur Herstellung von Telefonschalen.

Als Stärke der Gigaset Communications GmbH lobte die Jury, dass der Werkzeugbau bei Gigaset als zentraler Bestandteil der gesamten Wertschöpfungskette gilt. Auch die Fokussierung auf vier Fertigungstechnologien sowie die Nutzung eines Kennzahlen-Sets zur optimalen Steuerung der Produktion wurden sehr positiv bewertet. Die gute Informationspolitik des Unternehmens, die starke Identifikation der Mitarbeiter mit dem Formenbau sowie die hohe Eigenverantwortung und Einbindung in Verbesserungsprozesse bestärkten die Jury in ihrem Votum.

Weitere Finalisten in dieser Kategorie waren die Huf Tools GmbH aus Velbert und die Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH aus Attendorn im Sauerland.

Kategoriesieger »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« ist
Christian Karl Siebenwurst

Gewinner in der Kategorie »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« ist die Christian Karl Siebenwurst Modellfabrik und Formenbau GmbH & Co.KG aus dem oberpfälzischen Dietfurt.

Das Unternehmen stellt als Systemlieferant Spritzgießwerkzeuge, Druckguss- und Pressformen und Designmodelle her und beschäftigt 325 Mitarbeiter und 36 Auszubildende. Siebenwurst betreut die gesamte Prozesskette von der Methodenplanung über die Fertigung bis hin zur Werkzeugübergabe. Der Servicebereich »Tool Doctors« wartet und repariert Eigen- und Fremdwerkzeuge.

Besonders positiv fiel der Jury die Anpassung des Unternehmens an die Produkt- und Kundengruppen in Form einer Matrixorganisation auf. Als weitere Stärken sahen die Juroren die systematische Mitarbeiterentwicklung durch Schulungen, Gespräche und Befragungen und systematische Six-Sigma-Weiterbildungen. Ein unternehmenseigenes Wiki-System bildet die Unternehmensprozesse ab.

Als weitere Finalisten in der Kategorie »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« wurden die Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH aus dem sächsischen Lengefeld und die Schweiger GmbH & Co.KG aus Uffing in Oberbayern ausgezeichnet.

Von den kleinen, externen Werkzeugbau-Unternehmen der Beste:
W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau

Den ersten Platz in der Kategorie »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« konnte auch in diesem Jahr W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau aus Bobingen bei Augsburg für sich behaupten. Geschäftsführer Wolfgang Faßnacht war 2007 bereits Gesamtsieger des Wettbewerbs und stand in der Vergangenheit immer wieder als Finalist und Kategoriesieger auf dem Siegertreppchen.

W. Faßnacht Werkzeug- und Formenbau stellt mit 19 Mitarbeitern und zwei Auszubildenden Mehrkomponenten- und Mehrkavitätenformen für Spritzgießteile in der Automobil- und Konsumgüterindustrie her. Qualitätsanspruch und Flexibilität brachten dem Unternehmen den Ruf eines schnellen Lieferanten für anspruchsvolle Aufgaben ein.

Der Jury gefiel vor allem die Einbindung in die Entwicklungsprozesse der Kunden: Die Beratung bei der Bauteilentwicklung und schlüssige Fremdvergabekriterien mit hohem Standardisierungsgrad fielen besonders ins Gewicht. Systematische Konstruktion und eine klare Fokussierung auf qualitativ hochwertige und innovative Werkzeuge sichern nach Aussage der Jury den Erfolg des Unternehmens. Auch die systematische Personalentwicklung durch gezielte Schulungen der 19 Mitarbeiter und zwei Auszubildenden wurde sehr positiv aufgenommen.

Weitere Finalisten in dieser Kategorie wurden die Croner Präzisionsformenbau GmbH aus Sachsen bei Ansbach, die Formenbau Glittenberg GmbH aus dem hessischen Frankenberg sowie die WIRO Präzisions-Werkzeugbau GmbH & Co. KG aus Olpe.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen ermittelten die 14 Finalisten des Wettbewerbs anhand eines ausführlichen Vergleichs von mehr als 297 Werkzeug- und Formenbau-Betrieben. Acht fachkundige Juroren aus Industrie, Politik und Wissenschaft bestimmten die Sieger in vier Kategorien und den Gesamtsieger. Der Wettbewerb »Excellence in Production« fand in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt. Am Tag nach der Preisverleihung stellten ausgewählte Unternehmen ihre Erfolgsstrategien auf dem 12. Internationalen Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« im Aachener Eurogress vor.

Neue Chance im nächsten Jahr

Auch im kommenden Jahr werden sich die besten Werkzeugbau-Unternehmen wieder untereinander messen. Interessenten können sich schon jetzt unter www.excellence-in-production.de registrieren. Alle Teilnehmer erhalten eine individuelle Auswertung über Ihre Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten.

Das Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« und der Wettbewerb »Excellence in Production« werden von der Böhler Deutschland, der HASCO Hasenclever GmbH + Co. KG, der Uddeholm AB und der Demat GmbH, Organisator der Branchenmesse EuroMold als Sponsoren unterstützt. Weiterhin unterstützt die WBA Aachener Werkzeugbau Akademie GmbH den Wettbewerb. Die Verbände VDMA sowie VDEh sowie die Fachzeitschriften VDI nachrichten und werkzeug & formenbau sind weitere Partner des Wettbewerbs.

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