Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie

EU-Projekt: »QuickPro«

QuickPro

Energie und materielle Ressourcen sind begrenzt, hohe CO2-Emissionen schädigen die Umwelt. Deshalb müssen neue Produkte und Produktionsmethoden heute nicht mehr nur ökonomischen Anforderungen gerecht werden, sondern während ihres gesamten Lebenszyklus auch besonders mit dem Energie- und Rohstoffverbrauch haushalten. Vor allem die Luftfahrt- und Automobilindustrie sowie der Werkzeug- und Formenbau müssen mit neuen Konzepten auf diese Entwicklungen reagieren.

Oft lassen sich solche Konzepte erst durch den Einsatz innovativer Werkstoffe umsetzen. Neue Materialien, die auch bei hohen mechanischen und thermischen Belastungen noch herausragende Eigenschaften aufweisen, sind allerdings schwerer zu bearbeiten. Lange Produktionszeiten und hohe Kosten sind die Folge, so dass die Produkte auf den nationalen und internationalen Märkte nicht mehr konkurrenzfähig sind. Neue Entwicklungen in der Frästechnologie können jedoch dazu beitragen, dass der Fertigungsprozess weiterhin technologisch und wirtschaftlich sinnvoll ablaufen kann. Europäische Hersteller von Bauteilen und Komponenten aus schwer zu bearbeitenden Materialien profitieren davon, indem sie ihren Marktanteil verbessern können.

Das Fraunhofer IPT verfügt über umfassende Erfahrungen auf dem Gebiet der Hochleistungszerspanung und befasst im Projekt »QuickkPro« mit der Entwicklung von Fräsprozessen für schwer zu bearbeitende Materialien. Das EU-Projekt wird von der Europäischen Kommission (Förderkennzeichen: 262272) im Programm »Research fort he benefit of SME« des siebten Rahmenprogramms gefördert.



Seventh Framework Programme


Zusammen mit der Aristoteles Universität Thessaloniki in Griechenland liefert das Fraunhofer IPT  Forschungsleistungen für die folgenden Unternehmen:

  • APR slr, Italien

  • BÖHLER EDELSTAHL, Österreich

  • W. Faßnacht WERKZEUG-FORMENBAU, Deutschland

  • GLOBEVNIK d.o.o., Slovenien

  • HEGGEMANN autosport, Deutschland

  • KLENK Hartmetall-Werkzeugfabrik, Deutschland

  • SECO Tools, Schweden


Die Technologie

Schwer zu bearbeitende Materialien haben bereits in vielen Branchen Einzug gehalten. Es besteht jedoch immer noch ein großer Optimierungsbedarf bei der Frästechnologie, um sowohl die Leistungsfähigkeit der Fertigungsprozesse als auch die Bauteilqualität weiter zu verbessern. Einer des wichtigsten Handicaps ist dabei nach wie vor die ungenügende und zugleich zeitintensive sowie teure Fräsprozessauslegung. Im QuickPro-Projekt legen die Projektpartner deshalb ein besonderes Augenmerk auf die Werkzeug-, Beschichtungs- und Prozesstechnologie.


Werkzeugtechnologie: Die Leistungsfähigkeit der Werkzeugtechnologie hängt stark von der Schneidenmikrogeometrie der Fräswerkzeuge sowie den Verbundeigenschaften von Substrat und Beschichtung ab. Die Mikrogeometrie der Schneide hängt jedoch stark von der Beschaffenheit und der Qualität der Werkzeugoberfläche ab. Bis heute ist es aber immer noch schwierig, eine Aussage darüber zu treffen, welche Werkzeugmikrogeometrie und -oberfläche sich am besten für welche Fräsanwendung eignet.

Beschichtungtechnologie: Der heutige Stand der Technik zeigt, dass sich der erhöhte Verschleiß, der durch komplexe thermo-mechanische Beanspruchungen bei der Bearbeitung der schwer zerspanbaren Werkstoffe zustande kommt, durch geeignete Beschichtungstechnologien verringern lässt. Im Projekt »QuickPro« sollen deshalb Beschichtungen für den späteren industriellen Einsatz und das damit verbundene Belastungsprofil qualifiziert und entwickelt werden.

Prozesstechnologie: Fräsprozesse für schwer zu bearbeitende Materialien sind gekennzeichnet durch ein extrem kleines Prozessparameterfenster. Auf kleinste Schwankungen der Prozessparameter reagiert der Prozess deshalb oft hoch sensibel mit erhöhtem Werkzeugverschleiß oder gar Werkzeugbruch. Optimierte Parameterfenster und Frässtrategien sollen hier vorbeugen.

Weitere Verbesserungen der Frästechnologie für schwer zu bearbeitende Materialien erfordern es daher, die Technologien abhängig von der der jeweiligen Bearbeitungsaufgabe ganzheitlich zu untersuchen, weiter zu entwickeln und zu synchronisieren. Erst dann kann gewährleistet werden, dass dieser Prozess umfangreich, schnell und standardisiert ausgeführt wird – hier setzt das »QuickPro«-Projekt an.

Projektträger

European Commission
Research Executive Agency REA
B. Mester
COV2 17/159
1049 Brüssel
Belgien 

Projektkoordination

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT
M. Busch
Steinbachstraße 17
52074 Aachen
Deutschland

Projektpartner

Aristoteles University Thessaloniki
Laboratory For Machine Tools & Manufacturing Engineering
Prof. K.-D. Bouzakis
54124 Thessaloniki
Griechenland

Böhler Edelstahl GmbH & Co KG
Dr. G. Jesner
Mariazeller Straße 25
8605 Kapfenberg
Österreich

Seco Tools AB
Dr. R. M’Saoubi
Björnbacksvägen 2
73782 Fagersta
Schweden

Globevnik d.o.o.
I. Globevnik
Savska Loka 21
4000 Kranj
Slovenien

Klenk GmbH & Co KG
A. Aschmer
Mühlstraße 17
88481 Balzheim 
Deutschland

APR srl
C. Corvaglia
Via R. Incerti 10
10064 Pinerolo (Torino)
Italien

W. Faßnacht Werkzeug-Formenbau
W. Faßnacht
Boschstraße 12 a
86399 Bobingen
Deutschland

Heggemann Autosport GmbH
P. Blomenkamp
Zeppelinring 1-6
33142 Büren 
Deutschland